Kanu 
Slalom

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 



 

Evakuierung
an der Salza

 

Freitagmorgens, 4.45 Uhr am Bootshaus, es herrscht reges Treiben. Die Wildwasserbegeisterten des WSC – Ketsch versammeln sich zur alljährlichen Pfingstfreizeit an die steirische Salza. Boote, Zelte, Proviant etc. wurden schon am Vortag verstaut und so stand einer pünktlichen Abfahrt nichts mehr im Wege. Auf der Hinfahrt hatten wir strahlendes Wetter, doch der Schein trog.

Beim Ortsschild Wildalpen in Österreich verdunkelten sich die Wolken und kaum hatte sich die erste Autotür am Campingplatz der Naturfreunde geöffnet, bekamen wir einen ersten Vorgeschmack auf das, was noch kommen sollte. Man glaubt gar nicht, dass Zelte (was sonst immer so lange dauert) bei Regen in einer halben Stunde aufgebaut sein können.

Bei der ersten Paddeltour zeigten sich die Fortschritte des vergangenen Jahres. Angsthasen von letztem Jahr wurden zu draufgängerischen Wellenreitern, die vorfahrenden und Mut zuredenden Trainer wurden von den jetzt Fortgeschrittenen überholt und hatten fast nichts mehr zu tun.

 

Die vergangene Freizeit hatte Früchte getragen – was kann da noch schief gehen? Wer hätte es gedacht, es fing an zu regnen. Am nächsten Tag stand die längste Paddeltour (17km) an. Zuerst mußten alle die, wegen ihrer Wasserwucht, gefürchtete Walze durch paddeln. Schönwetterpaddler waren auf dieser Strecke wieder mal nicht erwünscht, denn zu dem Regen gesellte sich beißender Wind. Bei einer kurzen Pause versorgte uns Ulf Pfeiffer, der Organisator der Freizeit, mit warmem Tee und Schokolade – Nervennahrung pur. Das letzte Stück war eine Herausforderung der ganz besonderen Art, das zunehmend schwerer werdende Wildwasser schlug uns beim Wellenerklimmen eiskalt um die Ohren. Alle hatten nur noch eines im Sinn, wann kommt der rettende Ausstieg? Völlig durchnässt und durchgefroren trugen wir mit letzter Kraft die Boote zum Parkplatz, wo uns unser Chauffeure erwarten sollte. Ein Blick auf die Uhr gab uns die Antwort, wir waren eine Dreiviertelstunde zu schnell gepaddelt.

Sollten wir jetzt in der Kälte warten? Wir mussten warten, bei strömendem Regen und jeder sehnte sich nach einer warmen Dusche. Das Wetter blieb grau in grau und so war die nächste Zeit Alternativprogramm angesagt. Wandern am Mendlingbachtal, in dem früher Holz geflößt wurde und das heute zur Besichtigung hergerichtet ist. Zweimal waren wir im Ybbstaler Solebad Schwimmen, keiner konnte sich zum Paddeln überwinden!


Grüße aus der Küche

Nach dem zweiten Schwimmbadbesuch am Campingplatz angekommen, kam das böse Erwachen. Die Unwetterwarnung für Österreich betraf genau das Gebiet in dem wir unsere Freizeit verbrachten. In fast panischer Eile wurden Zelte von der Wiese zusammengeschlagen und unter die sichere Überdachung gebracht, denn die Salza drohte über ihre Ufer zu treten. Aus der sonst so friedlich verlaufenden Salza war ein reißender Fluss geworden.

Sie war über einen Meter gestiegen und transportierte nun schwere Baumstämme. Das ursprünglich so grüne Wasser war zu einem Schlammbraun mutiert.

Etwas Gutes hatte das Ganze. Wir übernachteten die letzte Nacht in den trockenen Räumlichkeiten der Naturfreunde. Eins steht fest, nächstes Jahr werden wir zu Schönwetterpaddlern.

Lisa Hoffmann