Conny's Paddel - Solo 2000

12. Tag   

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12. Tag:   31.07.2000

Mijnden - Ouderkerk                             30 km

 

Der letzte Fahrtentag dieser Reise ist angebrochen. Besonders sorgfältig trockne und reinige ich das Zelt, wehmütig verstaue ich ein letztes Mal meine Siebensachen im Boot.

Es ist 10.00 Uhr, als ich Mijnden verlasse. Direkt hinter dem Campingplatz stoße ich auf die Schleuse, vor der die Motoryachten schon Schlange stehen. Wie schön, dass ich mich aufgrund des geringen Platzbedarfes vordrängeln und mit der nächsten Schiffsladung schleusen lassen kann. Auch hier muss ich zu meiner Überraschung wieder bezahlen, diesmal allerdings nur 1,50 Gulden.

 

Hinter der Schleuse fahre ich etwa einen Kilometer auf der Vecht zurück, bevor ich bei Nieuwersluis rechts abbiege. Auf der „Nieuwe Wetering“, einem schmalen Flüsschen ohne Schiffsverkehr, geht´s weiter. Nach weiteren 500 Metern überquere ich den Amsterdam-Rijn-Kanaal, der mit dem Kanu inzwischen nicht mehr befahren werden darf. Diese schnurgerade „Schiffsautobahn“ ist allerdings sowieso recht reizlos für Paddler.

 

Nach einer Rechtskurve heißt der Fluss jetzt „Angstel“. Den ganzen Tag begegnen mir nur wenige Sportboote. Die Befahrung für Yachten ist sehr teuer, da viele kostenpflichtige Hub-Brücken zu passieren sind, unter denen ich einfach hindurchfahre.

 

Mein letzter Tag führt mich bei strahlendem Sonnenschein nochmal durch eine wunderschöne Landschaft. Über Loenersloot und Baambrugge gelange ich nach Abcoude. Da sich heute wieder kein Cafe am Ufer zeigt, paddele ich gemütlich weiter. Zwischen zwei Ortschaften verzehre ich zur Feier des Tages im Boot treibend einige mitgebrachte Küchlein.

Hinter Abcoude durchquere ich das kleine „Abcouder meer“ und erreiche gegen 14.00 Uhr - schneller als erwartet - über die „Holendrecht“ und die „Bullewijk“ die Stadt Ouderkerk.

 

Dieser Vorort von Amsterdam - die Hochhäuser der Trabantenstädte sind schon zum Greifen nah - ist das Ziel meiner Reise. Hier ziehe ich ein letztes Mal mein Boot aus dem Wasser. Mein Cousin und seine Frau nehmen mich freundlich auf, mit meiner Patentante verbringe ich ebenfalls einen schönen Nachmittag voller Erinnerungen an alte Zeiten.

Meine Verwandten sind beeindruckt angesichts der Strecke, die ich zurückgelegt habe. Doch wirklich erstaunt sind sie nicht, habe ich sie doch in früheren Jahren mit ständig wechselnden Fahrzeugen besucht. Nach Auto, Motorrad und Fahrrad war es eben dieses Mal ein Boot.

 

Einige Tage später holen mich meine Frau und meine Töchter mit dem Auto ab.

 

Oft bin ich vor und während meiner Reise auf Unverständnis gestoßen, weil man mein Vorhaben als Ein-Mann-Veranstaltung für zu gefährlich und zu einsam hielt.

 

Die Risiken hielt ich für überschaubar. Wenn man sein Boot beherrscht und vorausschauend fährt, ist eine solche Fahrt verantwortbar - den Beweis habe ich erbracht.

 

Natürlich wäre es manchmal schön gewesen, die Eindrücke der Reise teilen zu können. Ich habe es allerdings auch als vorteilhaft empfunden, keine Rücksichten nehmen zu müssen und mich auf die Natur und meine eigenen Gedanken konzentrieren zu können. Ich bin vielen Menschen begegnet und habe manches kurze, aber interessante Gespräch geführt.

 

Mir hat die Reise gefallen, und ich würde sie jederzeit wiederholen. Aber das nächste Mal werde ich sicher eine andere Strecke kennen lernen.

 

 

Karte 6

 

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Karte 7

 

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Die Brücke bei Nieuwersluis - von der Vecht auf die Nieuwe Wetering

 

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Eine alte Windmühle am Übergang von der Nieuwen Wetering zur Angstel

 

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Ansichten von der Angstel

 

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Jawoll: das passt alles ins Boot!

 

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Aus und vorbei: fertig für die Heimreise.

 

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