Conny's Paddel - Solo 2000

7. Tag   

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7. Tag:   22.07.2000

Düsseldorf - Kamp Lintfort                                                63 km

 

Um halb elf bin ich auf dem Wasser. Es ist ein grauer Tag, erst am Abend lässt sich kurz die Sonne blicken. Die Stadt Düsseldorf zieht sich über 20 Kilometer am Ufer entlang, was mir früher nie aufgefallen ist. Erstaunlicherweise sind trotz der Nähe der Großstadt die Ufer noch relativ unverbaut.

 

Auf der Rheinpromenade in Düsseldorf findet gerade eine riesige Demonstration statt. Ich frage mich, was da wohl Weltbewegendes passiert sein mag. Später erfahre ich, dass es wohl um die Anlein-Pflicht für Kampfhunde geht.

 

Hinter Düsseldorf lege ich im Nieselregen eine Zigarettenpause im Boot ein. Dann komme ich langsam ins Ruhrgebiet. Immer mehr Schubschiffe begegnen mir, einige machen ordentliche Wellen.

Beeindruckende Industrieanlagen säumen die Ufer. Die Geräusche der Hochöfen würden in jeden Horrorfilm passen, die gewaltigen optischen und akustischen Eindrücke jagen mir einen Schauer über den Rücken. Andererseits kann ich bei diesem Anblick nachvollziehen, dass die Leute aus dem Ruhrpott sich nach dem Krieg als die Avantgarde des Landes fühlten.

 

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Begegnung mit dem „großen Bruder“

 

Schon im Sonnenschein ist es hier nicht schön, der graue Himmel und der Regen verwandeln die Umgebung in ein tristes Bild. Wind und Schiffsverkehr wühlen das Wasser auf. Das Paddeln macht Spaß, ist aber auch sehr anstrengend. Nach 40 Kilometern mache ich am Ufer eine einsame Brotzeit, wegen des schlechten Wetters sind kaum Spaziergänger unterwegs.

 

Ich bin froh, als ich gegen 16.30 Uhr mein Tagesziel erreiche. Allerdings ist am im Flussführer genannten Kilometerstand weit und breit kein Bootshaus zu sehen. Nur eine Betontreppe führt aus dem Wasser, dahinter eine riesige Weide, die sich bis zu einem Deich erstreckt. Nur ein Vereinsschild an der Treppe bewegt mich dazu, hier überhaupt auszusteigen. Zu Fuß marschiere ich durch die Wiese und entdecke hinter dem Deich das Bootshaus, vor dem einige Leute sitzen.

 

Auch hier ist man offenbar nicht an Gäste gewöhnt. Nach der ersten Überraschung weist man mir auf einer Volleyball-Wiese neben dem Bootshaus einen Platz für mein Zelt an.

Nachdem ich mein Boot samt Gepäck vom Wasser herangeschafft habe, ist inzwischen noch ein Radwanderer eingetroffen. Der Mann aus Vorarlberg - immerhin über 60 Jahre alt - ist auf dem Rückweg von England. Er will den Main entlang fahren und dann wieder Richtung Heimat.

 

Gemeinsam setzen wir uns später vor das Bootshaus und verzehren die einfache Mahlzeit, die uns die Bootshaus-Wartin freundlicherweise zubereitet. Nach und nach gesellen sich einige Vereinsmitglieder zu uns, die in ihren Wohnwagen auf dem Vereinsgelände das Wochenende verbringen. Allmählich lockert sich die Atmosphäre, und es wird ein richtig unterhaltsamer Abend. Eine halbe Stunde nach Mitternacht lege ich mich ins Zelt.

 

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Doch, das gibt´s: Windstille am Niederrhein

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