Conny's Paddel - Solo 2000

5. und 6. Tag   

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5. Tag:   20.07.2000

Unkel - Köln                          49 km

 

Morgens um 8.00 Uhr krabbele ich aus dem Zelt - die beiden anderen schlafen noch. Ich gehe in den Ort und erledige meine Einkäufe. Mit frischen Brötchen frühstücken wir gemeinsam und ausgiebig im Sonnenschein.

 

So wird es Mittag, bis wir schließlich auf´s Wasser kommen. Vor Oberwinter verabschiede ich mich von meinen Kameraden und lasse sie hinter mir, denn ich will heute noch bis Leverkusen.

 

Beim Start ist der Himmel bedeckt, am Nachmittag lacht jedoch erstmals auf dieser Tour längere Zeit die Sonne auf mich herab. Vorbei an Königswinter und Godesberg gelange ich nach Bonn. Die Landschaft ist hier nicht mehr so interessant wie zuvor. Nach 35 Kilometern lege ich an einem schönen Sandstrand im Auwald an und genieße meine Brotzeit.

 

Vor Köln liefere ich mir über eine Strecke von 8 Kilometern ein Wettrennen mit einem Segelkutter, der mit Motorkraft fährt. Da er vom Gegenwind mehr gebremst wird als ich, kann ich sein Tempo gerade noch mitgehen. Es macht richtig Spaß, unter den anfeuernden Rufen der staunenden Kutter-Mannschaft einmal richtig „reinzuhauen“.

 

Um 16.30 Uhr erreiche ich Köln. Bis Leverkusen sind es noch 18 Kilometer, das entspricht etwa zwei Stunden. Eigentlich habe ich keine Lust mehr, weiterzufahren; und da ich meinem Plan eh voraus bin, laufe ich kurzerhand den Campingplatz in Rodenkirchen an.

 

Beim Zelt-Aufbauen bestaunen zwei 5-jährige Knirpse mein Boot und fragen mir Löcher in den Bauch. Ihr Vater versucht vergeblich, sie wegzulocken, denn offensichtlich bin ich ihm nicht ganz geheuer. Man hört ja auch soviel über böse Onkels...

 

Nachdem ich mich fein gemacht habe, fahre ich mit der Straßenbahn nach Köln und schlendere durch die pulsierende Innenstadt. Nach einem Abendessen fahre ich zurück, nicht ohne festzustellen, dass ich auf das Stadtleben durchaus verzichten kann.

 

Ich setze mich noch eine halbe Stunde ans Rheinufer und schaue den Schiffen nach.

Ach, könnte ich doch nur noch ein halbes Jahr so weiterfahren!

 

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Abschied von Kerstin und Jens vor Unkel

 

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Die hohe Löwenburg bei Honnef

 

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Der „Lange Eugen“ neben dem alten Bundestag in Bonn

 

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Industrieanlagen vor Köln

 

 

6. Tag  21.07.2000

Köln- Düsseldorf                            51 km

 

Am Vorabend war auf meinem Campingplatz noch ein Schweizer Pärchen eingetroffen, das mit einem offenen Schlauchboot in Bingen eingesetzt hatte und bis zum Ijsselmeer wollte. Das Boot war sehr stabil und nahm offensichtlich auch kein Wasser über, war jedoch sehr wind-empfindlich. Als ich morgens gegen 10.00 Uhr mein Boot zu Wasser lasse, sind die beiden schon eine Stunde unterwegs.

 

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Köln am Rhein

 

Schon um 12.00 Uhr habe ich die beiden eingeholt. Wir setzen uns gemeinsam ans Ufer, packen den Kocher aus und plaudern bei Kaffee und Keksen etwa eine Stunde lang. Da die beiden jetzt schon über den ihrer Meinung starken Wind klagen, informiere ich sie über die vor ihnen liegende Strecke. Ich glaube nicht, dass sie über den Niederrhein hinausgekommen sind, auf keinen Fall aber ist mit diesem Boot in anderthalb Wochen die Strecke bis zum Ijsselmeer zu schaffen. Ich empfehle ihnen, lieber mit ihrem Boot in den Zug zu steigen und in Holland an der Ijssel wieder einzusetzen. Der in den nächsten Tagen vor ihnen liegende Rheinabschnitt ist wegen des starken Schiffsverkehrs im Ruhrgebiet nicht ungefährlich und auch landschaftlich nicht sehr reizvoll; außerdem herrscht am flachen Niederrhein fast immer ein ordentlicher Wind.

 

Ich setze meinen Weg alleine fort. Es ist sonnig, aber der Gegenwind bläst recht kühl. Kurz vor Düsseldorf lege ich im Örtchen Heiligengeist an. Nach einer Brotzeit am Ufer laufe ich in den Ort, um ein paar Vorräte einzukaufen. Ein Bäcker finde ich, einen Metzger gibt es allerdings nicht. Nach dem Hinweis eines Einheimischen kann ich allerdings köstlichen Schinken direkt vom Bauernhof kaufen.

 

Wenig später fahre ich den Zeltplatz der „Freien Wasserfahrer Düsseldorf“ an, um dort zu übernachten. Obwohl der Verein im Flussführer als „DKV-Station“ verzeichnet ist, ist man offensichtlich nicht auf Übernachtungs-Gäste vorbereitet. Nach einer ersten Schrecksekunde kann ich aber mein Zelt aufbauen und die Dusche im Bootshaus benutzen. Einige Vereinsmitglieder wollen an diesem Abend auf dem Zeltplatz ein Fest feiern.

 

Ich habe einen Bärenhunger und laufe etwa einen Kilometer stromaufwärts zu einem Restaurantschiff. Die Empfehlung des Bootshauswartes war sehr gut: ich genieße mit Blick auf meinen geliebten Rhein eine ausgezeichnete und preiswerte Mahlzeit und lasse mir die Abendsonne auf den Bauch scheinen.

 

Anschließend fahre ich mit der Straßenbahn einige Stationen bis zum nächsten öffentlichen Fernsprecher, um ein Lebenszeichen nach Hause zu senden. Nach Rückkehr auf den Zeltplatz trinke ich noch einige Gläser Rotwein mit den Düsseldorfer Kanuten, bevor ich mich in mein Zelt verkrieche und zufrieden den Tag ausklingen lasse.  

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